Erden und Substrate
Blumenerde und Substrate
Wer glaubt, eine Blumenerde sei ein natürlicher vorkommender Boden, der hat sich getäuscht. Denn hinter dem simplen Produkt verbergen sich oftmals eine Vielzahl von Verarbeitungs- und Herstellungsschritten bei denen unterschiedliche Materialien aufbereitet werden und durch eine bestimmte Mischung einer Rezeptur das gewünschte Resultat für den jeweiligen Zweck erzielt wird.
Welche
Erden es im Handel gibt und dessen Informationen darüber wie z.B.
die Zusammensetzung dieser einzelnen Erden aussehen kann, dazu
klicken Sie bitte das Charakteristikbild an.
Funktionen eines Substrates
Den Wurzeln Halt und Raum zum Aus-breiten, sowie
ein Wasserreservoir zu bieten. Wichtig ist es der Pflanze nicht nur
das Wasser zu speichern, sonder auch die Wurzeln mit Sauerstoff zu
versorgen. Da-neben muss die Erde auch für die jeweilige Pflanze die
richtige Menge an Nährstoffen zur Verfügung stellen. Eine
Grunddüngung bei Substraten liegt für ca. 4 Wochen vor. Danach muss
mit Hilfe von den entsprechenden Düngern nach gedüngt werden. Die
Grundnährstoffe sind Stickstoff N + Phosphat P2O5 + Kalium K2O.
Dazu kommen für den jeweiligen Pflanzentyp abgestimmte
Spurenelemente.
Typen
KS I - Kultursubstrate mit geringem und mittlerem Nährstoffbedarf z. B. Aussaat
KS II - Kultursubstrate mit höherem Nährstoffbedarf z.B. die meisten Blumenerden
KS III - Kultursubstrate für Moorbeetpflanzen z.B. niedrig gedüngt mit sauerem pH-Wert
KS IV - Kultursubstrate für Sonderkulturen z.B. Kakteen und Epiphyten
Qualitäten von Blumenerden
Meist werden die Erden nach Ihrem Aussehen
gekauft. Der Verbraucher liebt tiefdunkles und fein krümeliges
Material wie es bei Torferden der Fall ist. Dabei besteht gerade
hier die Gefahr,
dass durch die feine Struktur des
Substrates und das feh-lende Luftporenvolumen die Wurzeln geschädigt
werden. Außerdem werden die Pflanzen meist zu Tode gegossen. Eine
Erde sollte Wasserhaltekraft, Porenvolumen und den Nährstoff-depot
optimal miteinander verbinden.
Um
dem Endverbraucher eine gleich bleibende Qualität zu gewährleisten,
werden bei vielen Erden das sog. LUFA Qualitätssiegel verabreicht.
Hier werden die Erden regel-mäßig von den
Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalten der
einzelnen Regionen auf Ihre Inhaltsstoffe überprüft und analysiert
wie pH-Wert, Salz, N-P-K Gehalt,
u.
v. m.
Ökologische Aspekte und Zusammensetzung
Die Mehrheit der Blumenerden werden auf der Basis von Torferden angeboten. Leider sind unsere Torfvorräte nicht unendlich. Um mit unserem einzigartigem Naturraum Moor verantwortlich umzugehen, sollte der Verbraucher bei seinem Kauf darauf achten, dass er stark torfreduzierte Erde oder sogar torffreie Erde erwirbt. Die Rezeptur dieser Erden besteht aus vollkommen nachwachsenden Rohstoffen wie z. B. Rindenhumus, Grüngutkompost, Ton (Nährstoffspeicherkapazität), Sand (Drainage) und Spezialzuschlagstoffe wie z.B. Blähtongranulat oder Perlitekörner.
Rindenhumus - sorgt für dauerhafte Struktur
Gewonnen durch gezielte Kompostierung natürlicher Nadelholzrinde. Bei dem viele Monate dauernden Rotteprozess wird die Rinde zu hochwertigem Dauerhumus. Hoher Gehalt an organischer Substanz. Biologisch sehr aktiv und stark belebend im Reich der Mikroorganismen. Hohes Luftporenvolumen und starke Nährstoffpufferung, daher pH-Wert stabilisierend.
Grüngutkompost
Ausschließlich aus Grüngutmaterial getrennter Sammlung stammt der Substratkompost. Gras, Laub, Strauchschnitt und Holzhäcksel werden so in den Stoffkreislauf zurückgeführt. Frei von Schädlingen und Unkrautsamen, durch Fermentierung bei hoher eigen Temperatur, von 60-70 C Grad. Die Temperatur nimmt mit Reifegrad des Grüngutkompostes ab. Hat der Kompost in der Miete eine Temperatur von 30° Grad erreicht und besitz keinen unangenehmen Geruch mehr, ist dieser "fertig". Er ist biologisch sehr aktiv und stark belebend im Reich der Mikroorganismen. Hohe Pufferung im Nährstoff- und pH-Bereich und sorgt somit für gutes Pflanzenwachstum.
Torfersatz Holzfaser - speichert Feuchtigkeit und lockert den Boden auf
Durch thermisch-mechanische Auffaserung von unbehandelten Resthölzern wird ein Fasermaterial gewonnen, das ähnlich e Eigenschaften wie Torf besitzt. Es wird eine gute Lockerung des Substrates gefördert, was wichtig für das Wurzelwerk der Pflanze ist. Ist bei sehr weichem Gießwasser (KH <7°dh) pH stabilisierend.
Torfersatz Holzhäcksel - lockert das Substrat
Niedriges Wasserhaltevermögen als Holzfaser. Dafür eine bessere Strukturstabilität und somit bessere Luftkapazität, was für die Bildung von Wurzeln wichtig ist. Sehr niedriger Salzgehalt und geringe Nährstoff- und pH-Pufferung.
Weißtorf - speichert Feuchtigkeit und lockert den Boden auf
Sorgt für die Durchlüftung und trägt einen wesentlichen Teil zur Wasserspeicherkapazität des Bodens bei. Niedriger pH-Wert, Salz- und Nährstoffgehalt, deshalb für jede Erde optimal zu verwenden, um den richtigen Nährstoffbedarf und gewünschten Werte einzustellen. Bei Austrocknung der Erde schlechte Wiederbenetzbarkeit des Substrates. Nur mit warmen Wasser und einem Tauchbad möglich.
Ton - ein sehr wichtiger Bestandteil
Verbesserung des Wasserhaltevermögen. Substratton verbessert die Nährstoffspeicherung und gibt diese bedarfsgerecht an die Pflanze ab. Neutraler pH-Wert. Verdichtet den lockeren Boden und beeinflusst dadurch das Luft- und Wasserhaltevermögen. Sorgt für ein erhöhtes Volumengewichtes.
Quarzsand
Verbessert den Boden bei starkem Lehmgehalt. Besitzt einen neutralen pH-Wert und einen sehr geringen Salzgehalt. Wichtiger Bestandteil bei Kakteen- und Zitruserden.
gebrochene Lava
Hat eine sehr gute Belüftungs- und Drainagewirkung, was für eine Gute Wurzelbildung wichtig ist. Allerdings ist Lava sehr schwer und wird gern zum Abdecken von Kübelpflanzen verwendet. Erhöht die Standfestigkeit von Pflanzgefäßen. So gut wie keine Wasserspeicherkapazität.
Bims - Vulkan"Kunststein"
Speichert etwas Wasser und sorgt für eine dauerhafte Strukturstabiliät. Ist sehr frostempfindlich, hat aber eine sehr gute Drainage- und Belüftungswirkung und ist somit wurzelfreundlich
Ziegelsplit
Durch die leichte Wasser- und Luftspeicherkapazität wird das Substrat Strukturstabil. Ökologisch gesehen, ein wichtiger Reststoff. Allerdings muss die Erde aufgekalkt werden, da ein leicht alkalischer pH-Wert erreicht wird. Eignet sich für sehr extreme Bedingungen im Garten- und Landschaftsbau.
Blähton
Hat einen absolut neutralen pH-Wert und sorgt für eine hohe Luftkapazität mit geringem Wasserspeicher vermögen. Ist in der Drainage besser als Sand. Ein sehr leichter Zusatzstoff bei sehr hoher Strukturstabilität und bietet sich somit hervorragend für Beimischungen von Blumenerden an.
Perlite
Hat einen neutralen pH-Wert und einen niedrigen Salzgehalt. Eine mittelmäßige Wasserspeicherkapazität bei sehr geringem Eigengewicht. Fördert die Luftkapazität und sorgt dadurch für die besten Wurzelverhältnisse. Sehr gute Drainagewirkung. Die weißen Krümel oder Kügelchen, sind in einem gutem Substrat gewöhnungsbedürftig.

