Agentur-Dienstleistung-Bodennährstoffanalyse  

Rinde

Vom Abfallprodukt zum Rohstoff

Durch die Entwicklung in der Holzproduktion und Holzverwertung entsteht bei der Entrindung ein Abfallprodukt, welches den Firmen hohe Entsorgungsgebühren abverlangt. Ein Papierwerk in den 90er Jahren musste für die Entsorgung jährlich umgerechnet ca. 250 000 Euro für die entsprechende Entsorgung auf Deponien bezahlen. Ein anderer Teil wurde auch sinnlos verbrannt. Als Resultat intensiver Versuchsarbeiten gibt es heute eine Reihe verschiedener Aufbereitungsverfahren und Verwertungsmöglichkeiten im Erwerbs- und Hobbygartenbau. Auch Verbrennungsanlagen für Fernwärme haben mittlerweile starkes Interesse an dem wertvollem Produkt


Die Eigenschaften einer Rinde

Sie ist biegsam, dehnbar und schuppenförmig, und enthält wichtige Bestandteile wie z. B. Gerbstoffe, Harze, Phenole, Wachse und Tannine. Die Rinde enthält außerdem noch beträchtliche Mengen an Mineralstoffen, insbesondere Kalium, Phosphat, Magnesium und Mangan. Der pH-Wert liegt mit ca. 5 im leicht saurem Bereich.

Funktionen einer Rinde

Die Rinde muss Spannungen des Holzkörpers standhalten, die z. B. durch Wind entstehen. Außerdem schützt sie den Baum vor Klimaeinflüssen, sowie vor pflanzlichen (Pilze, Bakterien) und tierischen (Borkenkäfer) Schädlingen. Natürlich dient sie dem Baum auch als Reservespeicher.




Für den Gartenbau entstanden wertvolle Produkte

Rindenmulch:

Definition: zerkleinerte, fraktionierte (aufgeteilt bzw. abgesiebte) Rinde ohne Zusatzstoffe

Bestehend z.B. aus 90 % Fichtenrinde und 10% Tannen- oder Kiefernrinde. 

Es wird in 3 Korngrößen unterschieden: fein, mittel und grob. Meist werden im Handel Korngrößen von 0-20 mm, 0-40 und 10-40 mm angeboten. Eine gleichbleibende Qualität wird bei Rinde als Sackware mit dem Gütezeichen der RAL Gütegemeinschaft gewährleistet. Hierbei wird die Rinde regelmäßig bei den Herstellern auf physikalische (Korngrößen, Holzanteil), chemische (wie pH-Wert, Salzgehalt) und biologische (pflanzenschädigende Stoffe) Eigenschaften überprüft.

Anwendungs-Tipps:

Mulchen Sie nie an frisch eingepflanzten oder jungen Pflanzen. Die optimale Mulchhöhe beträgt 4 - 6 cm. Bei dekorativen Mulchen von Wegen ist eine Mulchhöhe von ca. 8 - 10 cm zu empfehlen. So können Sie sauber, trocken und federnd in ihrem Garten laufen.

 - vor dem Mulchen bitte einen stickstoffbetonten Dünger wie z.B. Hornspäne ausbringen -

 

Vorteile des Mulchens:

  • optischer Blickfang durch eine geschlossene Mulchfläche

  • verhindert Unkrautbefall durch z.B. Flugsamen und hemmt den Unkrautwuchs

  • speichert Wasser und Wärme (Frostschutz für die Pflanzen)

  • verhindert Verschlämmung und Rissbildung in der Erde

  • schützt vor Erosion

  • bietet sich als Wegmaterial an

  • fördert das Bodenleben und kann leicht in den Boden eingearbeitet werden

Pinienrinde

Mediterrane Zierrinde aus erlesener Pinienrinde in verschiedener Körnung. Der "Mercedes" unter den Rinden. Durch sein extravergantes, rötliches Aussehen bietet sich dieser Rindenmulch in feiner Körnung auch für Gräber an. Seine Struktur ist gegenüber dem herkömmlichen Rindenmulch nicht so faserig, was optisch einen sehr edlen Eindruck hinterlässt. Fördert das Bodenleben, speichert Wärme und Wasser, schützt den Boden vor Erosion und hemmt den Unkrautwuchs. Die Mulchhöhe sollte bei 4 - 6 cm liegen.

Rindenhumus

 Resultat einer kontrollierten, aeroben, mikrobiellen Zersetzung der Rinde  in einem langen Kompostierungsprozess (sog. Fermentierung). Die grobe Oberflächenstruktur bietet eine gute Substratdrainage. Eine Oberflächenverdichtung wird vermieden, schnelles Abtrocknen bei guter Wiederbenetzbarkeit bietet der Pflanze optimale Bedingungen. Das große Porenvolumen sorgt für Temperaturausgleich und  ein ideales Luftangebot für ein aktives Bodenleben. Zur Verbesserung des Bodens untermischen Sie Ihrer Erde ca. 8 l Rindenhumus m².


Rosenmulch

Speziell abgestimmter und fermentierter Mulch aus naturreiner Nadelholzrinde . Er schafft für Rosen ein besonders zuträgliches Bodenklima. In einer Stärke von 5 - 8 cm auszubringen. Um Frostschäden an den Rosen zu vermeiden lohnt es sich, die Stöcke im Spätherbst mit einer 10 - 15 cm dicken Mulchschicht anzuhäufen.


Besonderheiten einer Rinde

Sollten Sie eines der folgenden Phänomenen beobachten, bedeutet dieses nicht, dass Sie mindere Qualität gekauft haben. Vielmehr erkennt man hieraus, dass es sich um ein naturbelassenes, chemisch unbehandeltes Produkt handelt.

weißer Belag auf der Rinde

Sollten Sie Ihr Rindenprodukt als Sackware erwerben, kann es sein, dass Sie den Rindenmulch beim Öffnen des Beutels mit einem leicht weißen Belag (Schimmel) vorfinden. Dies zeigt, dass der Rindenmulch naturrein und unbehandelt ist.  Er kommt durch die Temperaturunterschiede, Feuchte (evtl. auch Schwitzwasser) und entsprechender Lagerung auf Paletten (fehlender Sauerstoff) zustande. Wenn Sie den Rindenmulch ausbringen, wird sich dieser je nach Witterungslage wieder „normalisieren“. Schäden an Pflanzen sind durch den Belag nicht zu erwarten, es werden hierdurch auch keine Sporen in den Boden übertragen. 

Geruch 

In seltenen Fällen kann ein sehr unangenehmer Geruch von der Rinde ausströmen. Er entsteht durch das Harz und der Gerbsäure, die das Unkraut unterdrückt. Auch durch den begonnenen Prozess der Zersetzung kann sich dieser Geruch aus dem gekauften Beutel bemerkbar machen. Er  wird sich je nach Witterung in wenigen Tage nach dem Ausbringen buchstäblich in Luft auflösen. Die Eigenschaften des Mulchens wird dadurch nicht beeinträchtigt. 

Pilze auf der Mulchfläche

Pilzsporen schlummern teilweise einige Jahrzehnte, sogar Jahrhunderte lang im Boden. Durch das Mulchen wird ein warm feuchter Waldboden simuliert, was zu beste Wachstumsbedingungen für Pilze führt. Die meisten Pilze die hier wachsen sind ungiftig. Es wird abgeraten, Fungizide zum Einsatz zu bringen, da die Pilze nicht von langer Lebensdauer sind. Sollte man sich trotzdem daran stören, kann man Pilze mit einem Rechen abrechen.

 

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