Rinde

Vom Abfallprodukt zum Rohstoff

Durch die Entwicklung in der Holzproduktion und Holz-verwertung entstand bei der Entrindung ein Abfallpro-dukt, dass den Firmen hohe Entsorgungsgebühren abverlangt. Ein Papierwerk musste für die Entsorgung ca. 250 000 Euro im Jahr für die entsprechende Entsor-gung auf Deponien bezahlen. Ein anderer Teil wurde auch sinnlos verbrannt. Als Resultat intensiver Versuchsarbeiten gibt es heute eine Reihe verschiedener Aufbereitungsverfahren und Verwertungsmöglichkeiten im Erwerbs- und Hobbygartenbau. Auch Verbrennungsanlagen für Fernwärme haben mittlerweile starkes Interesse an dem wertvollem Produkt. 


Funktionen einer Rinde

Sie muss Spannungen des Holzkörpers standhalten die z. B. durch Wind entstehen, den Baum vor Klima-einflüssen schützen und soll pflanzlichen (z.B. Pilze, Bakterien) und tierischen Schädlingen widerstehen. Ganz Wichtig, sie dient dem Baum als Reservespeicher.


Die Eigenschaften einer Rinde

Sie ist biegsam, dehnbar und schuppen-förmig. Enthält wichtige Bestandteile wie z. B. Gerbstoffe, Harze, Phenole, Wachse und Tannine. Die Rinde enthält außerdem noch beträchtliche Mengen an Mineralstoffen, insbesondere Kalium, Phosphat, Mag-nesium und Mangan. Der pH-Wert liegt mit ca. 5 im leicht saurem Bereich.



Für den Gartenbau entstanden wertvolle Produkte

Rindenmulch:

Definition: zerkleinerte fraktioniert Rinde ohne Zusatz

Besteht z.B. aus 90 % Fichtenrinde und 10% Tannen- oder Kiefernrinde. 

Es wird in 3 Korngrößen unterschieden fein, mittel und grob. Die meist verwendete und üblichen Korngrößen sind  0 - 20 mm und 10 - 40 mm. Was den Vorgaben zu der Zusammensetzung und Körnung der Gütesicherung (siehe Absatz Oben) entspricht

Anwendung:

 Mulchen Sie nie an frisch eingepflanzten jungen Pflanzen. Die optimale Mulchhöhe beträgt 4 - 6 cm. Bei dekorativen Mulchen von Wegen ist eine Mulchhöhe von ca. 8 - 10 cm zu empfehlen und so können Sie sauber, trocken und federnd in ihrem Garten laufen.

 - vor dem Mulchen bitte einen stickstoffbetonten Dünger wie z.B. Hornspäne ausbringen -

Vorteile des Mulchens:

  • optischer Blickfang durch eine geschlossene Mulchfläche

  • verhindert Unkrautbefall durch z.B. Flugsamen und hemmt den Unkrautwuchs

  • speichert Wasser und Wärme (Frostschutz für die Pflanzen)

  • verhindert Verschlämmung und Rissbildung in der Erde

  • schützt vor Erosion

  • bietet sich als Wegmaterial an

  • fördert das Bodenleben und kann leicht in den Boden eingearbeitet werden

Pinienrinde

Mediterrane Zierrinde aus erlesener Pinienrinde in verschiedener Körnung. Der "Mercedes" unter der Rinde. Durch sein extravergantes rötliches Aussehen bietet sich dieser Rindenmulch in feiner Körnung auch für Gräber an. Seine Struktur ist gegenüber des her-kömmlichen Rindenmulches nicht so faserig was optisch einen sehr edlen Eindruck hinterlässt. Fördert nicht nur das Bodenleben, sondern speichert Wärme und Wasser, schützt den Boden vor Erosion und hemmt auch den Unkrautwuchs. Die Mulchhöhe sollte zwischen 4 - 6 cm liegen

Rindenhumus

Ist das Resultat einer kontrollierten, aeroben, mikrobiellen Zersetzung der Rinde (sog. Fermentierung) in einem langen Kompostierungsprozess. Die grobe Oberflächenstruktur bietet eine gute Sub-stratdrainage. Eine Oberflächenverdichtung wird vermieden und schnelles Abtrocknen bei guter Wieder-benetzbarkeit bietet der Pflanze optimale Bedürfnisse. Das große Porenvolumen sorgt für Temperaturausgleich und  ein ideales Luftangebot für ein aktives Bodenleben. Zum Bodenverbessern mischen Sie zu Ihrer Erde auf ca. 8 l /m² Rindenhumus dazu.

Rosenmulch

Dieser Mulch ist aus naturreiner Nadel-holzrinde, allerdings speziell abgestimmt und fermentiert. Er schafft für Rosen ein besonders zuträgliches Bodenklima und ist für die nährstoffbedürftigen Rosen stick-stoffstabil. In einer Stärke von 5 - 8 cm ausbringen. Um Frostschäden an den Rosen zu vermeiden, lohnt es sich die Stöcke im Spätherbst mit einer 10 - 15 cm dicke Mulchschicht anzuhäufen.


Achtung - nachfolgende Beobachtungen können evtl. gemacht werden:

weißer Belag auf der Rinde:

Sollten Sie Ihr Rindenprodukt nicht lose erwerben sondern in Sackware, kann es durchaus sein, dass Sie den Rindenmulch beim Aufschneiden des Beutels mit einem leicht weißen Belag (Schimmel) vorfinden. Dieses zeigt nicht, dass es sich evtl. um alte überlagerte Ware handelt, sondern, dass der Rindenmulch naturrein und unbehandelt ist. Diese kommt durch die Temperaturunterschiede, Feuchte (evtl. auch Schwitzwasser) und entsprechenden Lagerung auf Palette (fehlender Sauerstoff) zustande. Wenn Sie den Rindenmulch ausbringen, wird sich dieser je nach Witterungs-zustände wieder normalisieren. Giftig oder Schaden an Pflanzen sind dadurch nicht zu erwarten, auch keine Sporen werden hierdurch in den Boden übertragen. 

Geruch: 

In seltenen Fällen kann auch ein sehr unangenehmer Geruch von der Rinde ausströmen. Dies entsteht durch das Harz und der Gerbsäure, die ja das Unkraut unter-drückt. Auch durch den begonnenen Prozess der Zer-setzung kann dieser Geruch sich aus dem gekauften Beutel bemerkbar machen. Der unangenehme Geruch wird sich allerdings ebenso je nach Witterung in wenigen Tage nach dem Ausbringen buchstäblich in Luft auflösen. Die Eigenschaften des Mulchens wird dadurch nicht beeinträchtigt. 

Pilze auf der Mulchfläche:

Wer hätte das Gedacht, man bringt zum 1. Mal Rindenmulch in seinem Beet aus und nach wenigen Tagen/Wochen wachsen darauf Pilze. Ja was soll man davon halten. Fakt ist, dass Pilzsporen im Boden schlummern und das teilweise sogar einige Jahrzehnte, sogar Jahrhunderte lang. So, nun kommt auf dem Boden eine schöne Mulchschicht und schon hat man einen gesunden Waldboden simuliert. Bekanntlicher Weise wachsen in Wäldern die meisten Pilze. Ausgehend durch die besten Wachstums-bedingungen der entstehenden Feuchte und Wärme. Die meisten Pilze die sich hier bemerkbar machen sind ungiftig. Es wird abgeraten hier Fungizide zum Einsatz zu bringen, da die Pilze nicht von langer Lebensdauer sind und in kürzester Zeit in sich zusammenfallen. Sollte man sich daran stören, kann man diese ja mit einem Rechen abrechen.

Sollten Sie eines von diesen Phänomenen bei Ihnen beobachten, bedeutet dieses nicht, dass Sie mindere Qualität gekauft haben, sondern im Gegenteil, dass es sich um ein naturbelassenes, chemisch unbehandeltes Produkt handelt.

 

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